Mit der Wohnungssuche habe ich eigentlich erst heute Morgen richtig angefangen und schon habe ich erste Verzweiflungsschübe und “Oh Gott, die nächsten Tage überstehe ich nur mit sehr viel Schokolade!!!”-Anfälle. Ich kann nun endlich verstehen, warum alle immer so wehleidig sind, wenn sie eine Wohnung suchen, kaum vom Computer wegzubekommen sind, minütlich Immobilienseiten aktualisieren. Ich bin nun eine von ihnen.
Ich habe heute bestimmt schon 40 Telefonate getätigt. Es ist nicht sehr erheiternd, kann ich euch sagen. “Keine Erstis.” (Was ist das denn bitte für ein bescheuertes Wort?) “Die Wohnung ist leider schon weg.” (Nein, man kann sie natürlich dann nicht einfach aus dem Internet nehmen.)
Und ich war in der Groner Landstraße 9 a. Nein, danke, ich möchte nicht in einem Haus wohnen, in dem überall im Treppenhaus ausgetreten Kippen und sogar ein ausgelaufener Milchkarton herumliegen. Und man Angst haben muss, nachts auf dem Heimweg am Eingang im Hinterhof überfallen zu werden. Anscheinend ist dort alle paar Tage die Polizei und Feuerwehr am Start und ein Bekannter kommentierte auf Facebook, das Haus hätte den Spitznamen Spermabunker weg. Und: So ziemlich jeder “Ersti” macht den Fehler, ein Appartement dort zu besichtigen und dann verstört zu fliehen. Die andere Wohnung, die ich heute besichtigt habe, war ganz okay, mir persönlich aber zu weiß draußen. Ich möchte lieber etwas zentraler wohnen, vor allem auch, weil ich das Auto verkaufen und nicht immer ein Monatsbusticket (warum zur Hölle ist sowas nicht in insgesamt mehr als 700 Euro (!!!!!) Semesterbeitrag enthalten?!) kaufen möchte, das um die 50 Euro kostet. Klar, die Miete außerhalb ist niedriger und die Ersparnis könnte in ein Busticket investiert werden, aber trotzdem: Mäh, doof, will ich nicht. Am Schönsten wäre es, irgendwo etwas zu finden, aus dem ich ein gemütliches Mädchennest (ich möchte weiße Möbel und dezente Blumenmusterbettwäsche und Kissen und überhaupt!) machen kann, in dem ich drei Jahre bleiben und mich wohlfühlen kann – kochen, Serienabende, Übernachtungspartys. All das, worauf ich mich so sehr freue und was man am besten machen kann, wenn man den geeigneten Unterschlupf dafür hat.
Natürlich: Ich bin mir darüber im Klaren, dass heute eigentlich erst Tag 1 ist, dass aller Anfang schwer ist und man in einer absoluten Studentenstadt starke Nerven und Geduld (ersteres habe ich, letzteres eher nicht so…) bei der Wohnungssuche haben muss, aber der Tag heute war doch schon relativ ernüchternd und lässt mich in Gedankenspielen (“Was ist, wenn ALLE Besichtigungen so laufen werden?”) zurück. Klar, ich habe erstmal eine Unterkunft, müsste nicht auf der Straße schlafen, aber ich möchte ja auch nicht Wochenlang den Freund nerven, der mir gerade schon zur Wohnungssuche sein Zimmer überlassen hat, während er frei hat. Eine Freundschaft verkraftet viel, aber zwei Monate oder so tagtäglich aufeinander zu hocken könnte uns vermutlich doch mal an unsere Grenzen treiben.
Ich suche im Moment auf allen Ebenen: Einzimmerwohnung, WG, Zwischenmiete (sollte ich etwas zur Zwischenmiete bis März finden, wäre ich wohnungsmäßig erstmal für ein Jahr sicher, das zweite Semester könnte ich dann nämlich in dem Zimmer eines Freundes hier wohnen, der dann Praxissemester macht)…
Wenn ansonsten irgendwer eine Idee hat, wo in Göttingen ich wohnen könnte: Ich bin jung, verzweifelt und ziemlich nett, also tragt das gerne an Göttinger WGs und Vermieter von Einzimmerwohnungen weiter! Ihr könnt mir auch gerne mailen: sockenschublade@posteo.de. Ich freue mich dieser Tage auch über aufheiternde Worte. Vor allem, wenn die nächsten Wohnungsbesichtigungen auch so laufen…
Hey, Kopf hoch… ich war vor einem Jahr in der gleichen Situation, habe bis zur Decke geflieste Kellerlöcher, im Hinterhof gelegene ehemalige Werkstätten und 12qm-”Wohnungen” besichtigt…aber zwischendurch war auch irgendwann mal was vernünftiges dabei. Jetzt habe ich ein Appartement mit richtiger Küche und eigenem Bad, zwar nicht so zentral wie ich es gerne gehabt hätte und auch nicht mit den tollsten Nachbarn- aber man kann/muss sich letztendlich mit allem arrangieren. Und wenn man dann erstmal in seinen ersten eigenen vier Wänden sitzt, alles so streichen und einrichten kann wie man möchte, es niemanden interessiert wann und ob man nach Hause kommt…wenn man es denn “Zuhause” nennen kann.. dann hat sich die Suche jedenfalls gelohnt. Du wirst schon was finden, und letztendlich ist es das, was du daraus machst.
Hey!
Zu deinem Trost: mir und vielen anderen geht es genauso. Ich bin gerade auch verzweifelt auf der Wohnungssuche, da der Zulassungsbescheid erst recht spät kam und meine Studienstadt liegt leider auch nicht nebenan, sodass ich mal eben schnell zur Besichtigung vorbeifahren könnte, sondern mühsam so viele Termine wie möglich auf einen Tag legen muss..und länger als 2 Tage bleibt einem meistens ja nicht Zeit bis die Wohnung weg ist..das Schlimmste ist außerdem wenn man dann mit 5 anderen bei einer Besichtigung ist und das Gefühl hat bei manchen kennt die Schleimmasche keine Grenzen. Ich weiß nicht wie Göttingen preislich ist, aber bei mir kommt das nämlich noch dazu: unter 350-400€ geht fast nix, wenn man nicht weiter außerhalb oder in etwas Kellerlochähnlichem hausen möchte. Aber es ist ja (immerhin) noch ein Monat Zeit, auch wenn man natürlich bangt, weil das Angebot sicherlich nicht größer wird. Aber wird schon!
Versuch´s mal in der Elbinger Straße (nicht ganz zentral, aber gut mit dem Rad), da ist ein kleines Studentenwohnheim, was sehr schön ist (1-Zi-Whg.) oder in der Goßler Str. 77 (ziemlich zentral), die sollen kürzlich renoviert und modernisiert haben (über GOEHV.de, wie gesagt, die haben immer was).
Ich höre mich mal um und gebe dir Bescheid, wenn ich was weiß. Habe selbst jahrelang in Gö gewohnt und weiß, wie doof das ist
. In der Goßler Str. hat mal eine Freundin von mir gewohnt und die ist nach einem Monat wieder geflüchtet, weil die Vermietung dort so be*** war.
Bist du nicht momentan in Norwegen auf Reisen? Wie kann man physisch an zwei Orten gleichzeitig verweilen? Die versprochenen, gebrochenen Worte verzweifeln einen.
Kopf hoch, ich hab in meinem ersten Semester 3 Monate gesucht und 2 davon bei Freunden auf der Couch geschlafen. Das war hart. Aber man überlebt es
Am Ende habe ich dann einfach alle Freunde über Facebook genervt, bis ich was bekam. Wirklich skurril. Aber ich finde nach der Wohnunssuche kommt der schlimmste Teil: Der Umzug! Ich hasse sowas. Man muss überlegen was wo hingehört und was man wegschmeißt. Der Hammer ist aber das Streichen. Ich habe mir sogar schon überlegt Wohnwände zu kaufen nur um eine Ecke nicht zu streichen. Inspiriert wurde ich von dem netten Blogger.